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Raposeira attraktiv

Die Megalithenfelder von Raposeira

Im Gebiet um Vila do Bispo und ganz besonders auch um Raposeira sind einige Megalithenfelder zu finden. Einige Schilder an der Straße weisen darauf hin, doch wenn man nichts weiteres über diese Megalithen weiß, dann ist man enttäuscht, so wenige oder gar keine zu finden und geht schließlich an ihnen vorbei:

Diese Megalithen sind uralt. Und sie weisen auf eine frühe Besiedelung dieses Landstriches hin. Manchmal kann man beim Wandern schon aus größerer Entfernung einen Megalithen aufrecht stehen sehen. Die meisten jedoch sind zerstört worden und liegen in Einzelteilen herum, so dass man sie leicht mit üblichem Geröll verwechseln kann.

Die Megalithen wurden vor 5 - 7000 Jahren aufgestellt und jeder ist 3 bis 5 Meter hoch. Mit der Christianisierung wurden sie dann verpönt, in großem Umfang zerstört und einfach dort liegen gelassen. Obendrein wurden die Reste, die man ja nicht einfach so abtransportieren konnte, mit christlichen Zeichen versehen. So verfuhr man mit fast allen Megalithen in Portugal.

Das Ergebnis solcher Taten wird besonders im Umland von Raposeira sehr deutlich. Erstaunlich: Obwohl einige dieser zerstörten Megalithen seit knapp zweitausend Jahren dort zerstört herum liegen, kann man bei vielen bis heute noch an den Bruchstellen erkennen, wie gut die Einzelteile  noch zusammen passen würden, wollte man sie wieder zusammensetzen.

Ab und zu findet man einen intakten Megalith. Mit dem Wissen um die Megalithen unserer  Gegend sind Sie nun vielleicht nicht mehr enttäuscht, wenn Sie kein portugiesisches ?Stonehenge? vorfinden, sondern einen einzigen Megalithen, der diesen religiösen Vandalismus wie durch ein Wunder überlebt hat!

Der Megalith von Ingrina

Ursprünglich standen bei Ingrina nicht nur ein intakter Megalith sondern drei, und es ging seit Alters her die Sage um, dass wenn diese 3 Steine einmal verschwinden würden, dass dann auch Raposeira verschwünde.

So standen diese Steine lange aufrecht und hatten in den Herzen der Einheimischen aufgrund dieser Sage einen besonderen und schützenswerten Wert.

Doch vor etwa 50 Jahren wollte ein Einheimischer genau diese Megalithen gerne als Baumaterial verwenden. Zwei Megalithen hatte er schon zerstören können, da wurde er von den Dorfbauern umgebracht. (Das ist leider wahr). Nur der dritte konnte stehen bleiben

Manche Menschen berichten, in Ihren Armen würde es merkwürdig kribbeln, wenn sie den Stein mit den Händen berühren. Ich selbst konnte das nicht feststellen. Das kann ja gerne jeder selbst ausprobieren. Südlich von Vila do Bispo gibt es den Monte dos Amantes - oder den "Berg der Liebenden" auf dem ebenfalls Megalithen ausgeschildert sind.

Die Brunnen der Algarve

Die Kunst des Brunnenbaus brachten die Mauren nach ihrer Eroberung der Algarve in die Region. Sie bauten einfache Brunnen und auch technisch kompliziertere Schöpfbrunnen, von denen an historischen Orten noch heute einige erhalten sind.

Sehr weit verbreitet sind die überall in der Algarve anzutreffenden einfacheren Schöpfbrunnen, aus denen der Bauer bis heute das Wasser mit einem Eimer per Hand selbst aus der Tiefe zieht. Durch sie wurde das Land erst landwirtschaftlich erschlossen, und das so sehr, dass der Bezirk Vila do Bispo lange Zeit die Kornkammer der Algarve genannt wurde.

Es versteht sich von selbst, dass in einer so wasserarmen Region ein Brunnen immer eine wichtige  Rolle spielt. In vielen Dörfern findet man Straßennamen wie "Rua do Poco", was soviel heißt wie Brunnenstraße oder Straße der Quelle.

"Pocinho" - das ist die Verniedlichung und bedeutet kleiner Brunnen oder "Brünnchen", kleine Quelle.

Unser Haus heißt "Casa de Pocinho", nicht etwa, weil es in der "Rua do Pocinho" steht, sondern weil es direkt über einem historischen Brunnen erbaut wurde.

In der Algarve gibt es zahlreiche Legenden und Sagen über Brunnen:

Auf der Flucht vor den christlichen Heerscharen verliert eine maurische Familie ihre Tochter und muss sie zurücklassen. Diese lebt fortan als eine verzauberte Schönheit in den Tiefen der Brunnen weiter. In manchen Vollmondnächten, wenn der Mond besonders hell scheint, dann kämmt sie mit einem silbernen Kamm ihr goldenes Haar und lockt dadurch die Männer in die Unterwelt.

Diese Unterwelt besteht den alten Legenden nach aus gläsernen Mauern und Tunneln, den "mouras encatadas", diese Glasmauern bilden ein weitverzweigtes Wege- und Tunnelsystem, in dem so manch unvorstellbar wertvoller Schatz verborgen sei. Und sie verbinden alle arabischen Festungen der Algarve miteinander.

Heinrich der Seefahrer lebte in Raposeira

Heinrich, der Seefahrer - Henrique Dom Infante - war der vierte Sohn des Portugiesischen Königs Johann I. Geboren 1394 wurde er später Großmeister des Christusordens und Begründer der berühmten Seefahrer-Schule in Sagres. Er initiierte zahlreiche Expeditionen und Entdeckungsfahrten und gilt bis heute als großer Förderer der Seefahrt. Als Gouverneur der Algarve lebte er lange in dieser Region. Er besaß mehrere Häuser in Raposeira.

Im östlichen Dorfkern steht das Haus, in dem Heinrich der Seefahrer wohnte und schließlich 1460 starb. Es reiht sich nahezu unauffällig in die angrenzenden historischen Häuser, so dass man sich kaum vorstellen kann, dass es über 500 Jahre alt ist.

Haus Heinrich des Seefahrers in Raposeira

Die Türen von Raposeira

Von den Türen Raposeiras erzählt man sich, dass einige ebenso alt seien, wie die Häuser, in denen sie sich befinden. Wie alt welche Tür im Einzelnen wirklich ist, das vermag wohl niemand zu sagen, doch ist es immer wieder faszinierend, durch das Dorf zu spazieren und darüber zu sinnieren.